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In unserer Rubrik „Salon des Monats“ stellen wir Friseursalons vor, die eine eigene Handschrift haben – Orte, an denen Konzept, Atmosphäre und Handwerk spürbar zusammenpassen. Im März führt uns der Blick ins Ländle, nach Nürtingen, zu Haare Schee, dem Salon von Enes Dogan. Ein Ort, der bewusst überschaubar bleibt und gerade darin seine Stärke findet.

Der Name Schee, schwäbisch für „schön“, entstand bereits während der Ausbildungszeit von Enes. Schon damals stand fest: Wenn es einmal einen eigenen Salon gibt, soll er einen Namen tragen, der authentisch wirkt und nicht sofort nach Friseur klingt.
Ursprünglich war der Raum auch gar nicht als klassischer Salon gedacht. Nach mehreren Jahren internationaler Arbeit als Freelance Hair & Make-up Artist wollte Enes zunächst eine kreative Base in seiner Heimatstadt Nürtingen schaffen – eine Art Atelier für Projekte, Termine und Shootings. Flexible Buchungen, keine festen Öffnungszeiten, alles digital organisiert, was zu der Zeit noch nicht geläufig war.
Dann kam Corona und mit den abgesagten Reisen, Shows und Seminaren veränderte sich die Perspektive und es entstand eine intensivere Auseinandersetzung mit dem eigenen Salon. Aus dem Atelier entwickelte sich dadurch Schritt für Schritt ein Salonbetrieb. Heute ist Haare Schee ein fester Bestandteil der lokalen Szene.




Der erste Eindruck überrascht viele Gäste. Statt typischer Salonästhetik wirkt Haare Schee eher wie ein Wohnzimmer mit Friseurstühlen. Genau das war die Idee. Enes wollte bewusst einen Raum schaffen, der nicht steril oder distanziert wirkt. Ein Ort, an dem sich Menschen entspannen können und Begegnungen auf Augenhöhe stattfinden.
Das Interior ist entsprechend individuell. Viele Möbel wurden durch Upcycling neu aufgebaut, andere stammen von Reisen. Holz, warme Erdtöne und über zwanzig Pflanzen schaffen eine natürliche Atmosphäre. Ergänzt wird das Ganze durch kleine Details – von handverlesener Dekoration bis zu Edelsteinen.
Dass der Salon mit einem Startbudget von rund 3.500 Euro begonnen hat, ist heute kaum noch vorstellbar. Vieles wurde selbst gebaut, improvisiert und über die Jahre immer wieder weiterentwickelt – anfangs, wie Enes selbst sagt, noch mit zwei linken Händen. Der Raum ist gemeinsam mit seinem Inhaber und dem Team gewachsen.

Auch im Team setzt Haare Schee auf eine klare Haltung: Zusammenarbeit statt Konkurrenz. Hier gibt es keine klassischen Hierarchien. Jede Person bringt ihren eigenen Stil ein, gleichzeitig unterstützt man sich im Alltag selbstverständlich – sei es beim Vorbereiten von Farben, beim Aufräumen eines Platzes oder bei der Betreuung der Gäste.
Ein Detail, das vielen Besuchenden auffällt: Jeder Gast wird von allen im Salon begrüßt und verabschiedet. Diese offene Kommunikation schafft eine Atmosphäre, die eher an ein kleines Studio erinnert als an einen klassischen Friseurbetrieb.
Handwerklich liegt der Schwerpunkt des Salons klar im Farbsegment, besonders im Blond- und Balayagebereich.
Im Schnitt zeigt sich gleichzeitig eine deutlich kantigere Seite: moderne Mullets, Shags und generell „edgy“ Styles haben in den letzten Jahren immer mehr Raum eingenommen. Frisuren mit Persönlichkeit statt glatt polierter Standardlooks.
Diese Kombination aus präziser Farbarbeit und mutigen Schnitten prägt die Handschrift des Salons und funktioniert besonders gut in einer Arbeitsatmosphäre, die Ruhe und Konzentration zulässt.


Viele Gäste nehmen genau das beim ersten Besuch wahr: die entspannte Stimmung im Salon. Der Raum wirkt ruhig, konzentriert und angenehm unkompliziert.Bei Haare Schee geht es nicht darum, möglichst viele Termine hintereinander abzuarbeiten. Stattdessen steht sorgfältiges Arbeiten im Mittelpunkt – mit Zeit für Beratung, Austausch und Details. Ein gelungener Arbeitstag bedeutet für das Team deshalb vor allem eines: ein reibungsloser Ablauf und zufriedene Gäste.
„Mir ist es wichtig das unsere Gäste sich gesehen, gehört und wertgeschätzt fühlen. Das ist die Basis für eine zufriedenstellende Frisur.“
Für die Zukunft plant das Team bereits eine Erweiterung innerhalb desselben Hauses. Eine zusätzliche Fläche soll zu einem separaten Bereich werden – gedacht als ruhiger Rückzugsort, einem sogenannten Safe Space, für besonders persönliche Behandlungen. Geplant sind dort 1-zu-1-Termine, intensivere Kopfhaut- und Haarbehandlungen sowie Spa-ähnliche Anwendungen mit Massagen und ätherischen Ölen. Ein nächstes Kapitel für den Salon – und vor allem eines, das neugierig macht.
Haare Schee in Nürtingen ist unser Salon des Monats, weil Enes hier einen Salon geschaffen hat, der sich bewusst anders anfühlt: ein individuell gestalteter Raum mit Wohnzimmer-Atmosphäre, ein Team, das auf Augenhöhe arbeitet, und eine Handschrift zwischen präziser Farbarbeit und mutigen Schnitten.
Fotocredit: Nuri Akkaya
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