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Über den Tellerrand

Was ich im Friseursalon fürs Leben gelernt habe

Vom Friseurstuhl ins Büro

Portrait von Laura Schäfer zu Ihrem offenen Friseur Brief

Laura Schäfer war jahrelang Friseurin, heute arbeitet sie im Finanzsektor. In ihrem offenen Brief zeigt sie, welche Stärken aus dem Salonalltag überall nützlich sind und warum Kreativität, Mut und Durchhaltevermögen universell zählen.

Ich hatte sie alle:
Braun, Rot, Blond, Rosa, Schwarz.

Doch das Beste am Friseursein war nie die Farbe selbst. Es war das Gefühl, das wir unseren Kundinnen schenken konnten: sich schön und wohlzufühlen. Wir verkauften nicht bloß Haarfarbe oder einen Schnitt, sondern wir vermittelten vor allem Gespräche, Entspannung und Selbstbewusstsein.

Das Zweitbeste? Das Experimentieren mit den eigenen Haaren. Mal fällt eine Balayage aus, mal gibt es nur einen schnellen Spitzen-Schnitt. Und dann ist plötzlich Zeit, Lust und ein kleines „Dürfen wir?“ – und schon landet der auberginefarbene Direktzieher auf der Matte der Kollegin. Hier lernt man Kreativität, Mut und Flexibilität, Fähigkeiten, die weit über das Handwerk hinauswirken.

Vom Salon ins Berufsleben

Heute arbeite ich im Finanzsektor. Ebenfalls spannend, aber sehr anders – weniger bunt, dafür ohne Blondierdämpfe. Was ich aus dem Salon ins Büro mitnehme, sind Mut, Ausdauer und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen – Eigenschaften, die in jedem Beruf zählen.

Ich persönlich habe nie verstanden, warum manche denken, eine Handwerkslehre sei vergeudetes Potenzial. Klar, eine Familie zu finanzieren ist ohne Selbstständigkeit schwer. Leider gehört das Friseurhandwerk immer noch zu den am geringsten bezahlten Berufen, was ich für unfair halte. 

Im Salon ist Teamwork Pflicht, Fleiß sowieso. Arbeit ausweichen? Geht nur, wenn man zuhause bleibt. Zwei Welten, Salon und Büro, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben. Doch eigentlich könnten sie viel voneinander lernen: Kreativität trifft auf Struktur, Durchhaltevermögen auf Organisation, Mut auf Planung. Von der Arbeitsmoral der Handwerker:innen könnten sich viele Menschen eine dicke Scheibe abschneiden.

Life Lessons fürs Leben

Dieser Brief ist ein Dank an alle, die mit Herz, Farbe und Mut den Friseurberuf leben. Ihr seid mehr als Stylist:innen – ihr seid Künstler:innen, Zuhörer:innen, Mutmacher:innen. Vom Salon habe ich vor allem Folgendes mitgenommen:

MUT
Neues auszuprobieren, auch wenn es riskant ist

DURCHHALTEVERMÖGEN
Herausforderungen nicht ausweichen

KREATIVITÄT
Flexibel und einfallsreich arbeiten

TEAMGEIST
Gemeinsam an einem Ziel arbeiten

VERANTWORTUNGSBEWUSSTSEIN
Für Menschen, Ergebnisse und Entscheidungen

Diese Fähigkeiten sind überall nützlich, egal ob im Büro, im Salon oder anderswo.

Textcredit: © Laura Schäfer / Fotocredit: © Envato Elements

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