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Mode als Schutzschild und subkulturelles Statement: 356 Gäste feiern den Design-Nachwuchs der AMD Düsseldorf in der Merkur Spiel Arena. Neben innovativen Ansätzen zu aktuellen Zeitgeisterthemen standen vor allem die beiden „Best Graduates“ im Fokus: Lisa-Marie Hilmann übersetzte mit „Something´s wrong?“ mentale Zustände in rüstungsartige Silhouetten, während Vivien Vetterkind mit „Neighborhaute Couture“ eine kraftvolle, durch Upcycling geprägte Hommage an die Subkulturen der 80er Jahre schuf.
Düsseldorf. Am 21. Februar 2026 verwandelte sich die Merkur Spiel Arena in den kreativen Dreh- und Angelpunkt der rheinischen Modeszene. Die AMD Akademie Mode & Design lud ein, um die Abschlusskollektionen der Bachelor-Absolvent:innen zu präsentieren. Insgesamt 356 modebegeisterte Gäste verfolgten die eindrucksvolle Show, die in diesem Jahr ein besonders breites und zukunftsweisendes Spektrum abdeckte: Gezeigt wurden 20 physische sowie 22 virtuelle Kollektionen.
Begleitet wurde das Event von einer umfangreichen Werkschau, die bereits ab 14:00 Uhr geöffnet war. Hier hatten die Besucher:innen bis zum Einlass der großen Fashion Show um 18:30 Uhr die Gelegenheit, tief in die konzeptionelle Arbeit der Nachwuchsdesigner:innen einzutauchen. Die Kollektionen setzten sich intensiv mit den drängenden Themen unserer Zeit auseinander – von „Slow Living“ und einem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen bis hin zum wichtigen gesellschaftlichen Diskurs rund um das Thema Mental Health.
Der Höhepunkt des Abends war die Verleihung der diesjährigen Auszeichnungen. Gleich zwei Studierende durften sich über den begehrten Titel „Best Graduate“ für ihre herausragenden Leistungen freuen.
Als „Best Graduate“ wurde Lisa-Marie Hilmann für ihre Kollektion „Something´s wrong?“ ausgezeichnet. Bei ihren Entwürfen geht es um den Kontrast von Panik- und Angstzuständen und dem gleichzeitigen Sehnen nach besseren Zeiten.
Die Kollektion bewegt sich zwischen innerer Überforderung und dem Wunsch nach Leichtigkeit. Durch schützende, teils rüstungsartige Silhouetten entstehen Hüllen, die Verletzlichkeit verbergen und gleichzeitig sichtbar machen – das Unsichtbare wird nach außen erfahrbar.
„In meiner Arbeit setze ich mich mit inneren und äußeren Gegensätzen auseinander.“
„Kontraste wie Femininität und Maskulinität sowie Leichtigkeit und Schwere prägen meine gestalterische Sprache. Mentale Gesundheit spielt dabei eine zentrale Rolle. Ich verstehe Mode als Ausdruck innerer Prozesse. Als eine Art Schutz und Rüstung. Meine Entwürfe laden dazu ein, Widersprüche zuzulassen und Identität als etwas Vielschichtiges zu begreifen,“ erklärt Hilmann.
Ebenfalls als „Best Graduate“ geehrt wurde Vivien Vetterkind mit ihrer Kollektion „Neighborhaute Couture“. In ihrer Arbeit setzt sie sich mit nostalgischen Musiksubkulturen von den 1970er-Jahren bis heute auseinander, mit besonderem Fokus auf Punk und Hip-Hop der 80er Jahre.
Im Zentrum steht das Spannungsfeld zwischen Street Culture und High Fashion sowie die Frage nach Repräsentation und dem Umgang mit kulturellen Codes. Ein starker Fokus lag auf der Textilbearbeitung und dem Upcycling im Sinne der Bricolage. Vetterkind fasst ihre Vision treffend zusammen:
„Meine Kollektion ist eine Hommage an Subkulturen und deren Mut, gesellschaftliche Normen und Prozesse zu hinterfragen. Durch Upcycling und Bricolage möchte ich zeigen, dass aus der Umarbeitung von Existierendem etwas Neues und Kraftvolles entstehen kann – Mode als Statement für Individualität, Verantwortung und selbstbewussten Ausdruck.“
Tina Husemann, Thedorf
Henri Trambow, Mode Design Absolvent
Peter Trainor, Head of Design New Yorker Brand Max n´Chester
Claudia Ebert-Hesse, Studiendekanin Mode Design
Fotocredits: © Kollektion: Lisa-Marie Hilmann / Foto: Gregor Kaluza AMD Akademie Mode & Design
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