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Der 1. September ist für viele ein besonderer Tag: In ganz Deutschland beginnen wieder tausende junge Menschen ihre Ausbildung im Friseurhandwerk. Für sie startet nicht nur ein neuer Lebensabschnitt – sie werden Teil einer Branche, die wie kaum eine andere Kreativität, Handwerk und Nähe zu Menschen verbindet.
Friseur:in zu sein bedeutet weit mehr, als Haare zu schneiden. Es geht um das Gespür für Trends und Typen, um handwerkliche Präzision und um den vertrauten Umgang mit Kund:innen. Wer einmal erlebt hat, wie ein neuer Look das Selbstbewusstsein steigert, weiß, wie sinnstiftend dieser Beruf ist. Friseur:innen hören zu, beraten, gestalten und machen Menschen glücklicher.
Nach einigen schwierigen Jahren gibt es erstmals einen kleinen Lichtblick: Laut einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) vom 1. April 2025 wurden im Jahr 2023 rund 6 300 neue Ausbildungsverträge im Friseurhandwerk abgeschlossen, der Männeranteil lag dabei bei etwa 34 %.
Im Jahr 2024 befanden sich insgesamt rund 13 900 Personen in der Friseurausbildung – ein kleiner Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, aber immer noch knapp 10 000 weniger als noch vor zehn Jahren. Laut Branchenbericht des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) waren es 2013 noch rund 24 800 Auszubildende, der Männeranteil lag damals nur bei gut 11 %.
Insgesamt bilden nur rund 28 % der Friseurbetriebe in Deutschland aus. Bei fast 80 400 Friseurbetrieben (davon etwa 53 000 umsatzsteuerpflichtig) bedeutet das: Weniger als jeder dritte Salon bietet Ausbildungsplätze an. Die durchschnittliche Ausbildungsvergütung lag 2024 im ersten Lehrjahr bei etwa 650 Euro, im dritten Lehrjahr bei rund 770 Euro monatlich (brutto).
Die Lehre findet dual statt: im Salon und in der Berufsschule. Die Azubis lernen Schnitt-, Farb- und Stylingtechniken. Auch Beratung, Make-up, Haarverlängerung und Grundlagen zu Haarersatz gehören dazu. In der Mitte der Ausbildung folgt Teil 1 der Gesellenprüfung. Am Ende steht Teil 2 an – jeweils mit Praxis und Theorie. Nach der Prüfung ist der Weg offen für den Meistertitel („Bachelor Professional“). Man kann ein eigenes Geschäft eröffnen oder Fachtrainer:in werden. Auch Berufe wie Maskenbildner:in oder Auftritte auf internationalen Bühnen sind möglich.
Das Friseurhandwerk ist ein Beruf mit Zukunft, gerade weil er so persönlich und kreativ ist. Digitalisierung und KI können vieles, aber sie können kein echtes Lächeln zaubern, wenn ein Schnitt perfekt sitzt. Hier geht es um zwischenmenschliche Begegnungen, um Handwerk, das berührt – im wahrsten Sinne des Wortes.
An alle neuen Azubis: Willkommen in einer Branche, die euch braucht und euch viel zurückgeben wird. Ihr habt euch für ein Handwerk entschieden, das Menschen verbindet, Trends setzt und Emotionen weckt.
An alle Salons und Ausbilder:innen: Macht die Stärke unseres Berufs sichtbar, gebt Wissen und Leidenschaft weiter und zeigt, wie modern und vielseitig das Friseurhandwerk ist.
Fotocredit: Envato Elements
Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis), Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV), Branchenstatistik 2024 / Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV): Branchenbericht Friseurhandwerk 2023/24, Tabelle „Auszubildende im Friseurhandwerk“, abrufbar unter: https://www.lobbyregister.bundestag.de/media/26/f7/560396/ZV-Branchenbericht_2023_24_final.pdf / Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV): Informationen zur Friseurausbildung
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