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Über den Tellerrand

Haare geben, Hoffnung schenken

Warum Haare spenden so wichtig ist und wie man dabei am besten vorgeht

Wer hat nicht schon einmal mit dem Gedanken gespielt, seine Frisur drastisch zu verändern – sei es mit einer neuen Haarfarbe oder einem komplett anderen Haarschnitt. Vielleicht während einer Phase der Selbstfindung oder einfach aus Lust auf etwas Neues. Einige haben sich in dem Zusammenhang sicher auch schon überlegt ihre Haare für einen guten Zweck zu spenden. Doch wie viele setzen diesen Gedanken am Ende tatsächlich in die Tat um oder wissen, dass das überhaupt möglich ist? Oft herrscht auch Unsicherheit darüber, wie genau und an welche vertrauenswürdige und seriöse Organisation Haare gespendet werden können. 

Voraussetzung für eine erfolgreiche Haarspende ist eine Länge von mindestens 30 Zentimetern im offenen Zustand – geflochten erscheint der Zopf natürlich kürzer. Diese Vorgabe ist besonders deshalb wichtig, da bei der Herstellung einer Perücke oft einige Zentimeter der Haarlänge verloren gehen, zum Beispiel weil die Spitzen kaputt oder die Haare gestuft sind. Für eine komplette Perücke werden bis zu fünf Zöpfe benötigt, die Idee, dass aus einem Zopf eine Perücke hergestellt werden kann, funktioniert leider nicht. Es ist ratsam, die Haare vor dem Schneiden zu flechten, um ein Verknoten der Haare zu vermeiden. Dabei ist es wichtig, dass der Zopf am Ansatz und an der Spitze fest zusammengebunden wird. Gespendet werden können chemisch unbehandelte Haare – die Haare dürfen also nicht gefärbt, gesträhnt oder dauergewellt sein. Selbstverständlich können auch graue Haare oder Haare, die von Natur aus lockig sind, gespendet werden. Für den Versand wird der Zopf am besten in normales Papier eingewickelt – nicht wünschenswert ist das Verpacken in Alufolie oder Plastiktüten. 

Aber warum sollte man seine Haare überhaupt spenden? Mit der Spende hat man die Möglichkeit, das Leben eines anderen Menschen positiv zu verändern. Eine Perücke aus Echthaar kann für jemanden, der mit dem Verlust seiner eigenen Haare kämpft, einen enormen Unterschied machen. Die meisten Echthaarperücken werden mit Haaren aus Europa, Indien oder China hergestellt. Ein bekanntes Beispiel sind die indischen Tempelhaare, die von Hindu-Pilgern stammen, die ihre Haare als Opfergabe abschneiden. Dieses Haar muss jedoch für den Markt hierzulande chemisch behandelt werden, um es an europäische Haarstrukturen anzupassen. Für einen natürlichen und gesunden Perücken-Look eignen sich deshalb europäische Haare am besten.

Wer seine Haare spenden und sicher sein möchte, dass die Haare professionell und von vertrauenswürdigen Unternehmen weiterverarbeitet werden, der ist beim Bundesverband der Zweithaar-Spezialisten e.V. (BVZ) in Rosenfeld an der richtigen Adresse. Der Verband sammelt seit 2009 im Rahmen der Charity-Aktion „Rapunzel“ Echthaar-Spenden. Alle Zöpfe, die beim BVZ eintreffen, werden für ein Jahr gesammelt, bis sie unter Echthaar verarbeitenden Unternehmen versteigert werden. Mit dem Erlös fördert der BVZ alle zwei Jahre eine andere Wohltätigkeitsorganisation – die letzte Spende, immerhin eine Summe von 148.000 Euro, ging im April 2024 an die Stiftung Deutsche KinderKrebshilfe.

Für mehr Informationen www.bvz-rapunzel.de

Fotocredit: © BVZ

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